Stromverbrauch von Wärmepumpen
Berechnung und Optimierung
Wärmepumpen sind Stromfresser – dieser Mythos hält sich hartnäckig. Dabei ist der Stromverbrauch moderner Wärmepumpen gering. In den meisten Fällen liegen die Kosten, die hier für Strom anfallen, sogar deutlich unter den Heizkosten anderer Heizsysteme. Wärmepumpen ermöglichen somit ein besonders sparsames und zudem nachhaltiges Heizen. Das lässt sich mit einfachen Eckdaten berechnen und zeigt sich auch im Heizspiegel.
Im Überblick
- Wofür brauchen Wärmepumpen Strom? Mithilfe von Strom wird kostenlose Umweltwärme für die Heizung nutzbar gemacht.
- Einflussfaktoren für Stromverbrauch: Wärmebedarf des Gebäudes sowie technische Eigenschaften und Effizienz der Wärmepumpe (wichtige Kennzahlen: COP und JAZ)
- Stromkosten berechnen: 1. Heizwärmebedarf geteilt durch JAZ = Stromverbrauch; 2. Stromverbrauch mal Strompreis = Stromkosten.
- Stromverbrauch je nach Wärmepumpenart: Luftwärmepumpen verbrauchen bei kalten Temperaturen mehr Strom; Grundwasser- und Erdwärmepumpen haben meist geringeren Stromverbrauch.
- Heizkostenvergleich: Stromkosten von Wärmepumpen sind in den meisten Fällen günstiger als Heizkosten bei Öl- oder Gasheizungen.
- Tipps, um Stromverbrauch zu reduzieren: fachgerechte Planung, Installation und Wartung der Wärmepumpe, gute Gebäudedämmung, Nutzung von Photovoltaik und intelligentes Heizverhalten.
Warum verbraucht eine Wärmepumpe Strom?
Im Vergleich zu konventionellen Heizungen verbrennen Wärmepumpen bei der Wärmeerzeugung keine fossilen Energieträger wie Öl oder Gas. Sie gewinnen die Energie aus kostenlosen, natürlichen Quellen wie Luft, Erde oder Wasser. Strom ist bei diesem Prozess nötig, um die Umweltenergie auf ein Temperaturniveau zu bringen, das für die Heizung nutzbar ist.
Dabei gilt für moderne, effiziente Wärmepumpen folgende grobe Rechnung zum Stromverbrauch: Nur etwa 20 % der Heizenergie stammen aus elektrischem Strom, 80 % aus der Umwelt.
Mehr zur Funktionsweise von Wärmepumpen erfahren Sie hier.
Effizienz verstehen: COP und Jahresarbeitszahl (JAZ) einfach erklärt
Die Effizienz einer Wärmepumpe hat großen Einfluss auf ihren Stromverbrauch und somit auch auf ihre Betriebskosten. Um die Leistung und den tatsächlichen Energiebedarf Ihrer Anlage besser einschätzen zu können, helfen verschiedene Kennzahlen. Besonders zwei davon liefern wichtige Informationen:
Was ist der COP?
Der Coefficient of Performance (COP) beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärmeleistung zu der dafür eingesetzten elektrischen Energie – und zwar unter normierten und definierten Bedingungen. Somit ist der COP-Wert eine Momentaufnahme und zeigt die maximale Effizienz unter bestimmten, definierten Bedingungen.
Was bedeutet ein COP-Wert von 4 für den Stromverbrauch?
Der COP-Wert 4 sagt aus, das mit einem Kilowatt Strom vier Kilowatt Wärme erzeugt werden. Das heißt: Je höher der COP-Wert desto höher die Effizienz und desto geringer der Stromverbrauch der Wärmepumpe.
Was ist die JAZ?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) misst das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom – und zwar über ein ganzes Jahr. Im Gegensatz zum COP bildet die JAZ also den realen Jahresbetrieb einer spezifischen Anlage ab. Daher variiert die JAZ auch je nach Gebäudefaktoren und Nutzungsverhalten, liefert im Gegenzug aber praxisnahe, aussagekräftige Werte über die Effizienz sowie den tatsächlichen Stromverbrauch der Wärmepumpe im eigenen Haus. Hierzu zählt auch die benötigte Strommenge zur Trinkwasserbereitung.
Was bedeutet ein JAZ-Wert von 4,5 für den Stromverbrauch?
Ein JAZ-Wert von 4,5 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom im Jahresdurchschnitt beim untersuchten Haus 4,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden. Ein JAZ-Wert ab 3 gilt dabei als gut und zeigt, dass die Wärmepumpe in diesem Gebäude effizient arbeitet und der Stromverbrauch entsprechend niedrig ausfällt.
Im JAZ-Rechner können Sie die Jahresarbeitszahl für eine Wärmepumpe in Ihrem Zuhause berechnen.
Stromverbrauch von Wärmepumpen: Wovon hängt er ab?
Wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht und welche Stromkosten entstehen, hängt aber nicht nur von der Effizienz der Wärmepumpe an sich ab. Eine wichtige Rolle spielen auch der Wärmebedarf des Gebäudes, gemessen in Kilowattstunden (kWh), das Heizverhalten und weitere Faktoren.
Zu beachten sind:
- Der Gebäudetyp (Neubau oder Altbau) und insbesondere der Dämmstandard: Eine gute Dämmung reduziert Wärmeverluste und somit den Wärmebedarf deutlich. So kann eine Wärmepumpe auch im Altbau effizient eingesetzt werden.
- Eine größere zu beheizende Fläche erhöht den Heizbedarf in der Regel.
- Die von Ihnen gewünschte Raumtemperatur sowie die Temperatur der Energiequelle (bei Luftwärmepumpen die Außentemperatur) wirken sich ebenfalls auf den Stromverbrauch aus.
- Ein bewusstes Heizverhalten, etwa durch angepasstes Heizen und gezieltes Lüften, hilft, den Stromverbrauch der Wärmepumpe zu senken.
- Eine auf Größe und Wärmebedarf des Gebäudes optimal ausgelegte Wärmepumpe ist entscheidend für die Effizienz und einen geringeren Stromverbrauch.
- Eine moderne Regelungstechnik trägt dazu bei, den Strombedarf zu senken und den Betrieb effizient zu gestalten.
- Auch Umwälzpumpen, Steuerungssysteme und Zusatzheizungen verbrauchen Strom.
So berechnen Sie die Stromkosten Ihrer Wärmepumpe
Die durchschnittlichen Stromkosten können je nach Wärmepumpentyp und Dämmstandard stark variieren – von etwa 340 Euro bis zu 2.350 Euro jährlich. Um die voraussichtlichen Betriebskosten Ihrer Wärmepumpe abzuschätzen, sind nur zwei Rechenschritte notwendig:
Schritt 1: Berechnen Sie den voraussichtlichen Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe, indem Sie Ihren individuellen Heizwärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Anlage teilen. Beispiel: Bei einem Heizwärmebedarf von 20.000 kWh pro Jahr und einer JAZ von 4 liegt der Stromverbrauch bei 5.000 kWh (20.000 kWh ÷ 4 = 5.000 kWh).
Gut zu wissen: Der Wärmebedarf Ihres Gebäudes lässt sich einfach aus Ihrer Öl- oder Gasrechnung ableiten – bei Gas ist der Verbrauch meist direkt in Kilowattstunden (kWh) angegeben, bei Öl multiplizieren Sie die Literzahl einfach mit dem Faktor zehn.
Schritt 2: Multiplizieren Sie den ermittelten Stromverbrauch mit Ihrem aktuellen Strompreis, um die jährlichen Stromkosten zu berechnen. Bei einem Stromtarif von 30 Cent pro kWh ergeben sich im gezeigten Beispiel jährliche Kosten von 1.500 Euro (5.000 kWh × 0,30 €/kWh = 1500 €).
Spar-Tipp: Prüfen Sie, ob ein spezieller Wärmepumpenstromtarif für Sie günstiger ist und sich dadurch weitere Einsparungen ergeben.
Stromverbrauch je nach Wärmepumpenart
Außenluft, Grundwasser oder Erdwärme – auch die von der Wärmepumpe genutzte Energiequelle hat Einfluss auf den Stromverbrauch. Denn je wärmer die Energiequelle ist, desto weniger Strom wird benötigt, um daraus Wärme zum Heizen zu erzeugen. So unterscheiden sich die Wärmepumpenarten in ihrem Stromverbrauch:
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Luft-Wasser-Wärmepumpe |
Sole-Wasser-Wärmepumpe |
Wasser-Wasser-Wärmepumpe |
Wärmequelle |
Nutzt Außenluft als Wärmequelle; einfache und kostengünstige Installation. |
Nutzt Erdwärme über im Boden verlegte Kollektoren oder Sonden. |
Nutzt Grundwasser als Wärmequelle; erfordert Zugang zu geeignetem Grundwasser und behördliche Genehmigungen. |
Stromverbrauch |
Bei sinkenden Außentemperaturen fällt die Temperatur der Wärmequelle. Daher steigt der Stromverbrauch für die Wärmeerzeugung. Bei sehr kalten Temperaturen kommt zudem die Zusatzheizung häufiger zum Einsatz, was den Stromverbrauch ebenfalls erhöht. |
Das Erdreich bietet relativ stabile Temperaturen (insbesondere in der Tiefe) und sorgt so für gleichmäßig geringen Stromverbrauch. |
Durch die konstante Temperatur des Grundwassers ist ein sehr effizienter Betrieb möglich. Der Stromverbrauch ist vergleichsweise gering. |
COP-Wert und JAZ |
COP liegt typischerweise zwischen 3 und 5, kann bei Frostwetter sinken. Typische JAZ: ca. 3,5 –4,5 |
Meist höherer COP von ca. 4 bis 5. Typische JAZ: 3,8 bis 5 |
In der Regel hohe COP-Werte, teils über 5 möglich. Typische JAZ: 3,8 bis 5 |
Mehr zu den unterschiedlichen Wärmepumpenarten, ihren Funktionsweisen sowie ihren Vor- und Nachteilen erfahren Sie hier.
Tipp: Mit PV-Anlage die Stromkosten der Wärmepumpe senken
Sie möchten die Stromkosten Ihrer Wärmepumpe senken? Dafür ist die Kombination der Wärmepumpe mit einer PV-Anlage ideal. Diese erzeugt günstigen, grünen Strom für Ihren Haushalt, aber auch für den Betrieb Ihrer Wärmepumpe. So müssen Sie weniger teuren Strom aus dem Netz des Stromversorgers beziehen und heizen zudem noch umweltfreundlicher.
Mit Funktionen wie der Power-to-Heat-Funktion binden Wärmepumpen PV-Strom intelligent ein und nutzen überschüssigen Solarstrom gezielt, um Wärme auf Vorrat zu erzeugen. Diese wird in einem Wärmespeicher gespeichert und steht Ihnen bei Bedarf zur Verfügung. So profitieren Sie von einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Heizlösung, die sich optimal in Ihr Zuhause integrieren lässt.
Heizkosten Wärmepumpe vs. andere Heizsysteme
Die Heizkosten einer Wärmepumpe bestehen im Wesentlichen aus den Stromkosten für den Betrieb. Diese sind häufig deutlich niedriger als die Heizkosten, die bei Gas- oder Ölheizungen entstehen. Das zeigt z.B. der Heizspiegel 2025: Hier sehen die prognostizierten Heizkosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienaus folgendermaßen aus:
- Heizöl: ca. 1.055 Euro/Jahr (Anstieg durch CO2-Bepreisung und Energiepreisentwicklung)
- Erdgas: ca. 1.180 Euro/Jahr
- Wärmepumpe: ca. 715 Euro/Jahr (bei effizientem Betrieb und Nutzung von Ökostrom)
Perspektivisch kann man davon ausgehen, dass die Energiepreise für fossile Brennstoffe volatil bleiben und aufgrund der CO2-Bepreisung weiter ansteigen werden. Im Vergleich dazu bieten Wärmepumpen langfristig stabilere und besser planbare Kosten, da sie kostenlose Umweltenergie nutzen und zusätzlich mit eigenem PV-Strom betrieben werden können. Zudem verursachen Wärmepumpen deutlich geringere CO2-Emissionen als Gas- oder Ölheizungen und sind daher auch ökologisch attraktiv.
Stromverbrauch der Wärmepumpe reduzieren
- Richtige Dimensionierung: Wärmepumpe passend zur Gebäudegröße und Wärmebedarf wählen.
- Fachgerechte Installation und regelmäßige Wartung: Professionelle Montage sicherstellen und die Anlage regelmäßig prüfen lassen, um eine effiziente Leistung zu gewährleisten.
- Heizverhalten optimieren und intelligente Steuerung nutzen: Raumtemperaturen bedarfsgerecht einstellen, Heizzeiten anpassen und smarte Thermostate einsetzen.
- Gebäudedämmung verbessern: Fenster, Wände und Dach dämmen, um Wärmeverluste zu minimieren.
- Lastmanagement einsetzen und Solarstrom nutzen: Den Stromverbrauch zeitlich steuern, beispielsweise zur Nutzung günstiger Stromtarife, und möglichst hohen Anteil des Strombedarfs mit eigener PV-Anlage decken.
- Optimale Komponenten: Fußbodenheizung oder Flachheizkörper mit niedriger Vorlauftemperatur verwenden.
FAQ
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe?
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Effizienz der Anlage, der Wärmebedarf Ihres Hauses und die Außentemperatur. Grundsätzlich nutzen moderne Wärmepumpen für die Wärmeerzeugung etwa 80 % kostenlose Umweltenergie und benötigen zusätzlich nur etwa 20 % Strom. Je nach Wärmepumpenart kann der Verbrauch variieren: Luft-Wasser-Wärmepumpen verbrauchen bei kalten Temperaturen mehr Strom, während Erdwärme- und Wasser-Wärmepumpen effizienter arbeiten. Um die Stromkosten grob zu berechnen, teilen Sie Ihren Heizwärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe und multiplizieren das Ergebnis mit Ihrem Strompreis.
Wie kann ich den Stromverbrauch meiner Wärmepumpe optimieren?
Den Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe können Sie durch mehrere Maßnahmen effektiv optimieren. Wichtig sind eine optimale Dimensionierung und fachgerechte Installation der Anlage sowie eine regelmäßige Wartung. Verbessern Sie die Dämmung Ihres Gebäudes und passen Sie Ihr Heizverhalten an, indem Sie Raumtemperaturen bedarfsgerecht einstellen und bewusst lüften. Nutzen Sie außerdem intelligente Steuerungssysteme und, wenn möglich, eigenen Solarstrom aus einer Photovoltaik-Anlage, um den Stromverbrauch weiter zu senken und Kosten zu sparen.
Wie kann ich den Stromverbrauch meiner Wärmepumpe berechnen?
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich berechnen, indem Sie Ihren jährlichen Heizwärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe teilen. Zum Beispiel: Bei einem Heizwärmebedarf von 20.000 kWh und einer JAZ von 4 ergibt sich ein Stromverbrauch von 5.000 kWh (20.000 ÷ 4 = 5.000). Um die jährlichen Stromkosten zu ermitteln, muss dieser Stromverbrauch mit dem entsprechenden Strompreis multipliziert werden. Bei einem Tarif von 30 Cent pro kWh betragen die Kosten dann 1500 Euro pro Jahr (5.000 × 0,30 € = 1500 €). So erhalten Sie eine realistische Einschätzung Ihrer Betriebskosten.
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Vergleich zu einer Gasheizung?
Die Stromkosten einer Wärmepumpe sind im Vergleich zu den Heizkosten bei einer Gasheizung meist deutlich geringer: Denn Wärmepumpen nutzen zur Wärmeerzeugung rund 80 Prozent kostenlose Energie aus der Umwelt und nur etwa 20 Prozent aus Strom. Die Preise für fossile Brennstoffe für Gas und Öl hingegen sind hoch und werden aufgrund der CO2-Bepreisung tendenziell weiter steigen. So liegen laut dem Heizspiegel 2025 die prognostizierten Heizkosten beispielsweise für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus bei etwa 715 Euro pro Jahr für Wärmepumpen, während Gasheizungen mit rund 1.180 Euro jährlich deutlich teurer sind.
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