Ölheizung austauschen
Warum und gegen was?
Öl und Gas sind nur begrenzt verfügbar – die Preise schwanken stark und steigen tendenziell stetig. Wer seine alte Gas- oder Ölheizung austauscht und auf erneuerbare Energien umsteigt, macht sich unabhängig von fossilen Brennstoffen, kann somit langfristig deutlich sparen – und tut der Umwelt etwas Gutes.
Im Überblick
- Fossile oder erneuerbare Energien: Alte Heizsysteme auf Öl- und Gasbasis verursachen CO2-Emissionen. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energien heizt man klimaschonender.
- Austauschgründe: Hohe Ölpreise, Umweltbelastung und gesetzliche Vorgaben zur Reduzierung fossiler Brennstoffe machen den Austausch alter Ölheizungen attraktiv.
- Alternativen beim Austausch einer Ölheizung: Umweltfreundliche Möglichkeiten sind Solarthermie, Wärmepumpen, Pelletheizungen und Fernwärme.
- Vorteile einer Wärmepumpe: Sie ermöglichen, unabhängig von Energieversorgern oder Brennstoffpreisen, umweltfreundlich und kostengünstig zu heizen. Kühlfunktion als zusätzlicher Pluspunkt.
- Checkliste: Heizbedarf klären, alternative Heizsysteme recherchieren, Fördermöglichkeiten prüfen und fachgerechte Installation planen.
Heizsysteme: Fossile Brennstoffe vs. erneuerbare Energien
Noch vor 20 Jahren standen Heizsysteme mit den herkömmlichen Energiequellen Öl und Gas im Fokus. Die gewünschte Wärme wird hier durch deren Verbrennung erzeugt. Wie bei jeder Verbrennung entstehen dabei aber auch klimaschädliche CO2-Emissionen.
Erneuerbare Energiequellen sind hingegen Sonnenenergie, Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme bzw. Umweltwärme und Biomasse. Vor allem Sonnenenergie, Umweltwärme und Biomasse spielen derzeit für Heizsysteme eine Rolle, während bei der nachhaltigen Stromerzeugung vorrangig Wind und Wasser sowie auch hier die Sonne genutzt werden
Warum sollte eine alte Ölheizung ausgetauscht werden?
- Kosten: Ob zum Heizen oder bei Benzin oder Diesel – jeder kennt es: Öl ist teuer. Zusätzlich verteuert der CO2 Preis, der für die entstehenden Emissionen gezahlt werden muss, die Nutzung von Öl.
- Umweltschutz: Durch die Verbrennung von Öl produzieren alte Ölheizungen CO2-Emissionen. Diese tragen zur globalen Erwärmung bei.
- Rechtliche Rahmenbedingungen: Durch zunehmende Vorgaben zur Reduzierung von fossilen Brennstoffen wird der Austausch von alten Ölheizungen gesetzlich auf lange Sicht gefordert. Mehr zu Austauschpflichten und zur Heizungserneuerung erfahren Sie hier.
Tipp: Von Förderungen profitieren
Beim Umstieg von einer Gas- oder Ölheizung auf erneuerbare Energien können Sie von Zuschüssen durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) profitieren. So reduzieren sich Ihre Modernisierungskosten und die Investition macht sich schneller bezahlt. Wie hoch die Förderungen für Ihr Renovierungsprojekt sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Der Förderrechner des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. hilft, die für Sie in Frage kommenden Förderungen zu finden und die mögliche Fördersumme zu errechnen. Hinterlegt sind die aktuell angebotenen wärmepumpenspezifischen Bundesförderungen nach der BEG-Förderrichtlinie ab 1. Januar 2024.
Ölheizung austauschen - aber gegen was?
Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien im Vergleich
Alle, die ihre Ölheizung ersetzen möchten, um künftig mit erneuerbaren Energien klimaschonend und sparsam zu heizen, haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Heizsystemen. Die bekanntesten sind:
Solarthermie zum Heizen
Dabei wird die Sonnenenergie in nutzbare thermische Energie für die Heizung oder das Warmwasser umgewandelt. Der Ertrag ist abhängig von der Sonneneinstrahlung, die je nach Region, Ausrichtung der Anlage und Jahreszeit variiert. Oft werden Solarthermieanlagen daher nur zur Trinkwassererwärmung oder als Unterstützung für ein anderes Heizsystem eingesetzt.
Wärmepumpenheizung
Nutzt die kostenlos zur Verfügung stehende Energie aus der Umgebung, um Wärme für die Heizung oder das Warmwasser zu erzeugen. Zusätzlich wird für die Wärmeerzeugung nur ein geringes Maß an Strom benötigt, sodass sich Heizkosten reduzieren.
Pelletheizung
Wärme für das Heizsystem entsteht durch die Verbrennung von Holzpellets (Biomasse), die aus Abfallprodukten der Holzindustrie hergestellt werden. Wer mit Pellets heizen will, benötigt Platz für die Lagerung der Pellets und muss diese regelmäßig auffüllen.
Fernwärme
Durch politisch vorangetriebene kommunale Wärmeplanung ist auch der Anschluss an Fernwärme in den Fokus gerückt. Solche Wärmenetze sollen ebenfalls zunehmend mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Hinsichtlich der Kosten ist man abhängig von den Preisen der Anbieter.
Bei der Heizungserneuerung bietet die umweltfreundliche Wärmepumpen-Technologie viele Vorteile – speziell, wenn die alte Ölheizung ersetzt werden soll.
Umrüstung auf Wärmepumpe
Kosten im Betrieb
Gas- oder Ölheizung: Heizkosten werden vom Gas- bzw. Ölpreis bestimmt. Kosten und Aufwand entstehen auch durch die Wartung, die regelmäßig notwendig ist.
Wärmepumpe: Wenn von der Ölheizung auf eine Wärmepumpe umgerüstet wird, entstehen natürlich Kosten. Aber für diese anfängliche Investition gibt es staatliche Förderungen. Im täglichen Betrieb punkten klimafreundliche Wärmepumpen dann mit geringen Kosten und einem geringen Wartungsaufwand.
Checkliste für den Austausch
Der Austausch einer alten Ölheizung sollte immer gemeinsam mit einem Fachhandwerker geplant und besprochen werden. Er berät und unterstützt bei allen wichtigen Schritten der Heizungsmodernisierung:
- Momentanen Heizbedarf und zukünftige Bedürfnisse klären
- Alternative Heizsysteme recherchieren, Vor- und Nachteile abwägen
- Fördermöglichkeiten für den Austausch alter Heizungen prüfen
- Installation der neuen Heizung
- Inbetriebnahme und Einweisung für die tägliche Nutzung
Vorsicht: Für die Entsorgung der alten Heizung sollte ein Fachunternehmen beauftragt werden, damit kein Öl in die Umwelt gelangt.
FAQ
Kann ich nach 2025 noch eine Ölheizung einbauen?
Ja, der Einbau von Ölheizungen ist nach 2025 unter bestimmten Bedingungen weiterhin möglich, allerdings gelten unterschiedliche Fristen je nach Stadtgröße: In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern ist der Einbau bis spätestens 30. Juni 2026 erlaubt, in kleineren Städten bis zum 30. Juni 2028. Eine Beratung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit muss vor dem Einbau im Bestandsgebäude stattfinden.
Nach 2026 dürfen laut den Vorgaben im Gebäudeenergiegesetz (GEG) Ölheizungen nur noch eingebaut werden, wenn sie einen bestimmten Anteil an erneuerbaren Energien nutzen.
Ab 2029 gilt zudem eine schrittweise Umstellung auf sogenanntes „grünes Heizöl“ – das ist Heizöl, das einen Anteil biogener Rohstoffe wie Pflanzenöle oder Altfette enthält. Ölheizungen, die nach Mitte 2026 (bzw. 2028) installiert werden, müssen von Anfang an mit mindestens 65 Prozent grünem Heizöl betrieben werden.
Angesichts dieser Vorgaben und vor allem auch aus ökologischen Aspekten ist es aber grundsätzlich sinnvoll, schon jetzt (vollständig) auf erneuerbare Energien zu setzen.
Muss ich eine alte Ölheizung austauschen?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2024 schreibt keinen generellen Austausch von Ölheizungen vor. Eine Pflicht zum Austausch kommt aber ins Spiel bei Ölheizungen mit einer Leistung zwischen 4 und 400 kW, die älter als 30 Jahre sind und Konstanttemperaturtechnik verwenden. Der Schornsteinfeger stellt diese Pflicht fest und informiert den Eigentümer. Ausnahmen gibt es für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die vor dem 1. Februar 2002 im Haus wohnten – hier entfällt die Austauschpflicht. Bei einem Eigentümerwechsel nach diesem Datum hat der neue Besitzer zwei Jahre Zeit, die alte Ölheizung auszutauschen. Ölheizungen, die vor dem 1. Januar 2024 installiert wurden und nicht unter die Austauschpflicht fallen, genießen Bestandsschutz bis Ende 2044 und dürfen weiterhin betrieben sowie repariert werden. Öl-Heizkessel mit moderner Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik sind von der Austauschpflicht ausgenommen. Ein Umstieg auf erneuerbare Energien ist jedoch nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern wird auch durch verschiedene Förderprogramme finanziell unterstützt.
Ist es sinnvoll, jetzt noch eine neue Ölheizung einzubauen?
Eine neue Ölheizung mit moderner Brennwerttechnik ist zwar effizienter als ältere Modelle, doch langfristig wenig zukunftsfähig. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schränkt den Einsatz fossiler Heizungen zunehmend ein: Im Neubau werden reine Ölheizungen bereits nicht mehr verbaut, im Bestand gelten ab 2029 Mindestanteile an Bio-Heizöl, die bis 2040 auf 60 % steigen. Ab 2045 sind Ölheizungen komplett verboten. Zudem sprechen viele weitere Gründe gegen den Einbau: Ölheizungen verursachen höhere CO₂-Emissionen und Feinstaub, sind abhängig von schwankenden Ölpreisen und steigenden CO₂-Abgaben, benötigen Platz für den Öltank und werden nicht mehr gefördert. Langfristig kann sich das negativ auf den Immobilienwert auswirken. Deshalb ist der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme meist die sinnvollere und nachhaltigere Wahl.
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